Integrierte Gesamtschule Hannover-Linden

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Integrationsklassen

Das entsprechende Konzept wird z.Z. grundlegend überarbeitet.

Gemeinsamer Unterricht an der

IGS Hannover-Linden

Konzept für die sonderpädagogische Förderung in Integrationsklassen



1. Präambel/ Leitidee

Die Schülerschaft in allen allgemein bildenden Schulen ist zunehmend heterogen aufgrund der unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Lebensformen, Kompetenzen, Interessen und Bedürfnisse. Für die Integrierte Gesamtschule gilt dies in besonderem Maße.

Die Schule muss sich auf diese Vielfalt einstellen und Organisationsformen entwickeln, die den Lern- und Entwicklungsbedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler gerecht wird.

Heterogenität ist Normalität, und Lernen geschieht in Kooperation mit unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern an gemeinsamen Inhalten. Dies bezieht auch die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf  ein.

 

2. Ausgangssituation

 

Die Integrierte Gesamtschule Hannover-Linden ist eine Schule, deren Schülerschaft zum großen Teil aus dem Stadtteil Linden und dem näheren Umfeld kommt. Sie versteht sich als eine Schule für alle Schülerinnen und Schüler, mit dem Auftrag, „durch pädagogisches Handeln in Unterricht und Erziehung alle Schülerinnen und Schüler in ihrer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.“ (Erlass: Sonderpädagogische Förderung, SVBL 2/2005, S.50)

Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden mit allen anderen Schülerinnen und Schülern im Gemeinsamen Unterricht gefördert. Dies ist eine Aufgabe der allgemein bildenden Schule, d.h. alle beteiligten Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiter sind für die Entwicklung und Umsetzung der individuellen Förderplanung  aller Schülerinnen und Schüler gemeinsam verantwortlich.

In der IGS Hannover-Linden werden seit 1996 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam in Integrationsklassen unterrichtet. Etwa 70% dieser Kinder haben einen Förderbedarf im Bereich Lernen, 30% im Bereich Emotionale und Soziale Entwicklung.

 

 

 

3. Organisatorische Rahmenbedingungen

 

3.1 Stellung der Integrationsklassen innerhalb der IGS

In jedem Jahrgang werden zwei Integrationsklassen gebildet, die die Integrationsarbeit der GS Am Lindener Markt fortführen. Diese Klassen sollten mit höchstens 4 Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf beginnen. Wenn im Rahmen der Arbeit bei weiteren Schülern im Jahrgang sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wird, ist über die Bildung weiterer Integrationsklassen zu beraten, damit  Schüler, für die der Förderort IGS als sinnvoll angesehen wird, die Schule nicht verlassen müssen. Die Entscheidung über die Beantragung weiterer Integrationsklassen erfolgt in Absprache zwischen der zuständigen Jahrgangskonferenz, dem Förderschullehrerteam und der Schulleitung.

 

 


3.2 Bereitstellung  sonderpädagogischer Förderstunden

Gemäß Erlass zur sonderpädagogischen Förderung erhält die IGS Förderschullehrerstunden für jeden Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf. Für den Förderschwerpunkt Lernen werden 3 Stunden, für den Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung 3,5 Stunden gewährt, so dass für eine Integrationsklasse durchschnittlich 10-12 Stunden für sonderpädagogische Förderung zur Verfügung stehen.

 

 


3.3 Einsatz und Stundenpläne der Förderschullehrerinnen

Der Einsatz erfolgt in Abstimmung mit der Schulleitung. In der Regel ist eine Förderschulkraft für einen Jahrgang zuständig. Die Stundenpläne werden von den Förderschullehrkräften selbst in Absprache mit den jeweiligen Klassenteams und Fachlehrern erstellt und bei Bedarf wieder verändert.

 

 


3.4 Zusammenarbeit im Team der Förderschulkräfte

In der Fachkonferenz Integration werden organisatorische Absprachen getroffen und Themen zur konzeptionellen Arbeit behandelt. Da die gemeinsame inhaltliche Arbeit der Förderschullehrkräfte mehr Zeit erfordert, als für die Fachkonferenzen vorgesehen ist, werden für die kollegiale Beratung regelmäßig zusätzliche Termine flexibel vereinbart.

 

 


3.5 Teambesprechungen mit Stamm- und Fachlehrern

Regelmäßige Teambesprechungen zwischen Förderschullehrkräften und Regelschul-lehrkräften sind Voraussetzung für die inhaltliche Zusammenarbeit. Eine Stunde je Klasse kann von den Förderschullehrkräften dafür im Stundenplan vorgesehen werden. Die Stunde für  das wöchentliche Teamgespräch wird im Stundenplan der Stammlehrer blockiert, so dass kein Einsatz für Vertretungen möglich ist.

 


3.6
Verwendung des Etats

Die Integrationsklassen erhalten von der Stadt Hannover einen jährlichen Etat, der für Verbrauchsmaterialien und spezielle Fördermittel verwendet wird.

 

 

4. Struktur der Arbeit

 

Die sonderpädagogische Förderung wird individuell nach dem vorhandenen sonderpädagogischem Förderbedarf gestaltet. Sie findet in innerer Differenzierung als Doppelbesetzung sowie in äußerer Differenzierung in Kleingruppen und in besonderen Fällen auch als Einzelbetreuung statt. Die Art der Förderung wird mit dem zuständigen Gruppen-bzw. Fachlehrer abgestimmt.

 


4.1 Innere Differenzierung

 

Die sonderpädagogische Förderung bei der inneren Differenzierung orientiert sich stark am täglichen Unterrichtsgeschehen. Eine Doppelbesetzung findet vor allem in den Wochenplanstunden und in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch statt. Es hängt jedoch vom individuellen Förderbedarf ab, ob auch andere Fächer doppelt besetzt werden.

Innere Differenzierung hat das Ziel, Kinder und Jugendliche zu fördern und zu unterstützen, indem sie zu selbstständigem Arbeiten angeleitet werden.

Offene Unterrichtsformen, die dies fördern, sind:

  • Tages- und Wochenplanarbeit
  • Stationslernen
  • Projekte
  • Freiarbeit
  • Werkstattunterricht

Weiterhin erfolgt  innere Differenzierung im Unterricht durch:

  • Variation des Lerntempos, der Lernschritte, der unterschiedlichen Phasen des Übens
  • Veränderung von Lernzielen bei unterschiedlichen Anforderungsniveaus
  • eine flexible Beurteilung von Leistungen
  • durch das Maß gegebener Hilfen

 

 


4.2 Äußere Differenzierung

 

In der Regel wird die Förderung über einen langen Zeitraum angelegt sein, da es gilt, Basisqualifikationen zu erarbeiten. Als Beispiele sind zu nennen:

  • Lesegruppen zur Erarbeitung und Erweiterung der Lesefähigkeit und des Leseverständnisses
  • Mathematikfördergruppen
  • zeitlich begrenzte Einzelförderung

 

 

5. Prinzipien sonderpädagogischer Förderung - Aufgaben der FörderschullehrerInnen

 

Sonderpädagogische Förderung erweitert die allgemeine Förderung, unterstützt Kinder und Jugendliche durch individuelle Hilfen und orientiert sich an folgenden Prinzipien:

  • Stärkung des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten
  • Hilfen für eine umfassende Persönlichkeitsentwicklung
  • Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit und Partnerschaft
  • Ermuntern und Ermutigen
  • Zumuten und Zutrauen

 

Sonderpädagogische Förderung darf nicht zur dauerhaften Trennung von der Lerngruppe führen (vgl. Erlass zur Sonderpädagogischen Förderung, SVBL. 2/2005, S.54). Die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden überwiegend in ihren Stammgruppen gefördert. Die dazu nötige Binnendifferenzierung wird von dem jeweiligen Team geplant.

Folgende Aufgabenbereiche können von den Förderschulkräften übernommen werden:

  • Erstellen/Erarbeiten/Bereitstellen differenzierter Unterrichtsmaterialien
  • differenzierte Lernkontrollen
  • Diagnostik
  • Prävention
  • Förderpläne
  • Lernentwicklungsberichte
  • Abschlussprüfungen
  • Beratung der Schülerinnen und Schüler (z. B. beim Schülersprechtag)

Weitere Aufgaben sind:

  • Mitarbeit im Verfahren zur Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs
  • regelmäßige Überprüfung des Förderbedarfs
  • Vertretungsunterricht
  • Zusammenarbeit mit dem kommunalen Sozialdienst
  • Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt
  • Kontakt zum Arbeitsamt/zur Berufsberatung/Rehabilitation
  • Begleitung der Berufspraktika
  • Vernetzung mit unterstützenden Maßnahmen an der IGS (Beratungsdienst)
  • Vermittlung von außerschulischen Unterstützungsangeboten wie Nachhilfe, Therapie

bei LRS, Dyskalkulie, ADHS

  • Beratung der Erziehungsberechtigten
  • Kontakt zu abgebenden Grundschulen
  • Kontakt zu Förderschulen

 

 

6. Leistungsbeurteilung

Die Leistungsbeurteilung entspricht der individuellen Lernsituation. Sie berücksichtigt einerseits die Lern- und Leistungsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen, andererseits bietet sie:

  • Hilfe zum Aufbau von Lern- und Leistungsbereitschaft/-fähigkeit
  • Hilfe zum Aufbau eines positiven Selbstbildes

Die Leistungsbeurteilung orientiert sich:

  • am individuellen Lernfortschritt
  • an den Anforderungen der BeurteilungskriterienderRegelschule (zumeistder HS) auch wenn die Leistung (oft) nicht erreicht wird, ist sie doch der Maßstab, an dem wir uns orientieren.

Die Leistungsbeurteilung ist:

  • Teil der differenzierten Förderung
  • Hilfe und Orientierung zur Selbsteinschätzung
  • selbstverständlicher Teil des Lernprozesses

Der sonderpädagogische Förderbedarf wird durch eine Bemerkung auf dem persönlichen Brief  im Allgemeinen Teil des LEB und auf dem Zeugnis unter „Bemerkungen“ dokumentiert.

 

7. Abschlüsse

 

Die Schüler und Schülerinnen nehmen entsprechend ihrem sonderpädagogischen Förderbedarf an der Hauptschulabschlussprüfung bzw. an der Abschlussprüfung der Schule für Lernhilfe teil und erhalten einen Hauptschulabschluss bzw. einen Abschluss der Schule für Lernhilfe.